14. bis 18. Juni 2021, Frankfurt am Main, Deutschland

Bereit für das smarte Labor der Zukunft

Die größte und spannendste Aufgabe der kommenden Jahre wird es sein, die Analysen-, Bio- und Labortechnik fit für das IoT-basierte „Labor 4.0“ mit den Maximen Workflow-Integration, Konnektivität und Datenintegrität zu machen. Die dafür notwendigen Anforderungen für die Branche sind vielfältig:

“Prozesse, die sich eigenständig in Gang setzen, regeln und protokollieren, sind die Vision für das Labor 4.0."


  • Definition von standardisierten Schnittstellen, um uneingeschränkt kommunikationsfähige und eigenständig agierende Smart Devices zu generieren, die intelligent und einfach in die Laborumgebung des Kunden integriert, zentral gesteuert und in flexibel gestaltbaren Laborabläufen eingesetzt werden.
  • Steigende Komplexität der Laborprozesse und der Kundenwunsch nach einer schnellen und flexiblen Anpassung der Analytik an unterschiedliche Anwendungen erfordern effiziente Automatisierungs- und Robotiklösungen. Sie erlauben dem Labormitarbeiter, weniger Zeit vor dem Laborgerät zu verbringen – bei gleichzeitig erhöhtem Probendurchsatz, besserer Datenqualität und reduziertem Ressourcenverbrauch.
  • Die durch immer leistungsfähigere Analysensysteme generierten Daten haben ein enormes Informationspotenzial, wenn diese Datenmengen durch den Einsatz optimierter Softwaresysteme und Methoden des Machine Learning intelligent ausgewertet werden können: Big Data wird zu Smart Data.
  • Mit steigenden Forderungen und Standards der Kunden hinsichtlich Dokumentation und Reproduzierbarkeit wird von Laborgeräten vermehrt erwartet, Compliance zu vereinfachen und den regulatorischen Anforderungen zu genügen.
  • In Form von u.a. Smart Glasses, virtuellen Laborplanungs- und Trackingsystemen hält Augmented Reality auf Ideen- und Prototypen-Ebene Einzug in die Labore. Hier sind in den kommenden Jahren noch rasanten Entwicklungen zu erwarten.

Doch die Digitalisierung macht nicht an der technologischen Umsetzung halt: Im Labor der Zukunft müssen auch Abläufe und Strukturen neu gedacht werden, die insbesondere den Kunden schon früher, stärker und stetig in den Ideenfindungs- und Entwicklungsprozess einbinden, um neue Produkte besser an den Kundenbedürfnissen auszurichten – zum Beispiel mit der Methode Design Thinking.

Nicht zuletzt eröffnen sich durch die Digitalisierung auch neue Geschäftsmodelle. Zwar sind bereits jetzt für Kunden smarte Dienstleistungen vorhanden, allerdings überwiegend Informations-Plattformen für Service-Teile, Zubehör und Verbrauchsmaterial und digitale Manuals – und meist „for free“ statt „for fee“. In der Weiterentwicklung von Smarten Services zu Smart Services Business Modellen, für die der Kunde zahlt, liegt ein enormes Potenzial.

Birgit Ladwig

Birgit Ladwig

Leiterin Fachverband Analysen-, Bio- und Labortechnik,
  SPECTARIS e.V.