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Plenarvorträge

Mittwoch, 13.6.2018   13:30 – 14:30
Halle 4.0, Saal Europa

Sustainable Chemical Value Chains: New Perspectives for Sector Coupling
Walter Leitner, Max Planck Institut für chemische Energiekonversion, Mülheim/D und RWTH Aachen/D
Markus Steilemann, Covestro AG, Leverkusen/D

Die industrielle Umwandlung von kohlenstoffbasierten Rohstoffen in hochwertige Produkte bildet die Grundlage der heutigen globalen Wirtschaft und der modernen Gesellschaft. Mit Produkten, die von Energieträgern über Kunststoffe und innovative Materialien bis hin zu biologisch aktiven Verbindungen reichen, ist die Chemie unverzichtbar, um die globalen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern und zu einem nachhaltigeren Ökosystem zu gelangen, wie es in den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung verankert ist. Die negativen Auswirkungen der derzeitigen fossilen Wirtschaft werden jedoch immer deutlicher, insbesondere durch die Treibhausgasemissionen. Es besteht ein zunehmender Bedarf an einer Verbreiterung der Rohstoffbasis durch die Erschließung und Nutzung nicht-fossiler Ressourcen sowie durch den Einsatz kohlenstofffreier Energietechnologien. Der vorliegende Beitrag wird die Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes diskutieren und Beispiele für neue Produkte und Verfahren aufzeigen. Es wird insbesondere aufgezeigt, wie strategische Partnerschaften von Industrie und Wissenschaft diese Entwicklung fördern können.


Donnerstag, 14.6.2018  13:30 – 14:30
Hall 4.0, Room Europa

Visible-light photoredox catalysis in flow - towards a sustainable production of pharmaceuticals
Timothy Noël, Eindhoven University of Technology /NL
DECHEMA Preisträger

Die Photoredox-Katalyse mit sichtbarem Licht hat in den letzten Jahren als nachhaltige Aktivierung für organische Moleküle große Bedeutung erlangt. Insbesondere in Verbindung mit der Mikroreaktortechnik wird eine effiziente Bestrahlung des Reaktionsmediums erreicht. Die Nutzung der Sonnenenergie zur Durchführung von Reaktionen mit sichtbarem Licht ist allerdings noch nicht weit verbreitet und setzt energieineffiziente Systeme wie die "Flasche in der Sonne" voraus. Die effiziente Verwendung von Sonnenlicht als Energiequelle in der feinchemischen Industrie kann die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und den Übergang zu einer Welt mit umweltfreundlicher Energie ermöglichen.

Forschungsarbeiten zur Entwicklung neuartiger synthetischer Methoden mit Hilfe der Photoredox-Katalyse und die Frage, wie diese Methoden von der kontinuierlichen Anwendung profitieren können, werden diskutiert. Darüber hinaus wird ein neuartiges Gerät vorgestellt, das das Konzept des lumineszierenden Solarkonzentrators (LSC) mit Photomikroreaktoren (LSC-PM) integriert und die direkte Nutzung von Sonnenlicht in der Photochemie ohne Zwischenenergieumwandlung ermöglicht.


 

 

Podiumsdiskussionen

Montag, 11.6.2018     13:30 – 15:00
Halle 4.0, Saal Europa

Plastic-free Europe?

Aufgrund ihrer vielfältigen Eigenschaften kommen Kunststoffe für verschiedenste Anwendungen in der Industrie und bei Endverbrauchern zum Einsatz. Ein 100 % plastikfreies Europa scheint deshalb schwierig bzw. nicht realisierbar. Es sind jedoch Anstrengungen notwendig, um den Einsatz von Plastik (wo immer möglich und sinnvoll) zu vermeiden, nach nachhaltigen Alternativen zu suchen, (qualitativ hochwertiges) Recyclings zu fördern und auch die Belastung der Ökosysteme mit Kunststoffabfällen zu vermeiden bzw. zumindest deutlich zu reduzieren.

Vor dem Hintergrund der bestechenden Vorteile von Kunststoffen, aber auch des Handlungsbedarfs im Hinblick auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit Kunststoffen werden die Visionen der Diskussionsteilnehmer für den zukünftigen Umgang mit Kunststoffen und deren Einsatz diskutiert - insbesondere mit Blick auf die Nachhaltigkeit und industrielle Ansätze.

Moderation: Kathrin Rübberdt, DECHEMA e.V., Frankfurt/D

Teilnehmer:

Hugo-Maria Schally, European Commission, Directorate-General for Environment, Brussels/B
Ingo Sartorius, PlasticsEurope Deutschland e.V., Frankfurt am Main/D
Johann Zimmermann, NaKu e.U., Vienna/A
Martin Möller, Öko-Institut e.V., Freiburg/D
Markus Dambeck, RIGK GmbH, Wiesbaden/D

 


 

Dienstag, 12.6.2018   13:30 – 15:00
Halle 4.0, Saal Europa

Digitalization meets Process Industry: rewriting business models

Der chemischen und pharmazeutischen Industrie mangelt es vermehrt an Innovation im Bereich der Elemente, Moleküle, Materialien und Blockbuster. Darüber hinaus sehen sich insbesondere die europäischen und nordamerikanischen Spezialchemie-Unternehmen einem steigenden Preisdruck neuer Anbieter sowie neuer und sich ständig ändernder Kundenerwartungen ausgesetzt. Kundenansprüche werden zukünftig vermehrt durch digitale Lösungen von Technologieunternehmen außerhalb der Prozessindustrie beeinflusst.

Die traditionelle Chemie- und Pharmaindustrie muss ihre Wertschöpfungskette neu ausrichten und aufbauen, um ihre führende Marktposition langfristig zu sichern. Digitale Technologien können bei neuen Geschäftsmodellen mehr als hilfreich sein und Start-ups haben das Potential die Geschäftswelt in der Pharmazie und Chemie zu verändern.
Die chemische Industrie hat erfolgreich den Energieverbrauch und die Produktion entkoppelt – findet die Branche nun den Weg in eine „outcome-based economy“, in der Produktionsvolumen und Einnahmen entkoppelt sind und allein der Kundennutzen zählt?

Moderation: Björn Mathes, DECHEMA e.V., Frankfurt / D

Teilnehmer:

Carsten Bartsch, Hochschule der Bayerischen Wirtschaft, München/D
Philipp Karmires, Linde AG, Pullach/D
James Kugler, Merck KGaA, Darmstadt/D
Mirko Schnitzler, Rebelz Capital Management and Holding GmbH, Essen/D

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