13.04.2021 | Process Innovation

Behälter reinigen mit digitalem Zwilling

Sauber!

EnviroChemie-Anlage modelliert Prozesse in Echtzeit, um Abwasser aus der Kosmetikproduktion der Kneipp GmbH maßgeschneidert zu behandeln.

Bei der Kneipp GmbH in Würzburg riecht sogar das Abwasser gut – nach Fichtennadeln, Lavendel und Zitrone. Kein Wunder, bei einem Produzenten von Körperpflege- und Gesundheitsprodukten. Trotzdem müssen die Reste aus der Herstellung von Badeöl, Duschgel und Hautcreme sorgfältig aus dem Abwasser entfernt werden. Weil das Unternehmen sehr auf den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen achtet, fallen nennenswerte Abwassermengen ohnehin nur bei der Reinigungsstation für die Behälter an, in denen die Rohstoffe angeliefert werden: duftende ätherische Öle, aber auch pflanzliche Öle oder Tenside. Außer den Rohstoffresten enthält das Abwasser auch Reinigungsmittel, die zur Säuberung der Behälter eingesetzt werden.

Nur so viel Chemie wie nötig

Gereinigt wird das Abwasser mit einer Split-O-Mat® Anlage von EnviroChemie und kann danach bedenkenlos in die Kanalisation eingeleitet werden. Für diese Anlage wird jetzt ein digitaler Zwilling entwickelt, der dann zukünftig Informationen über das Wasser enthält, das in  der Reinigungsstation anfällt. Über einen eingescannten Barcode erfährt der Zwilling, ob ein Behälter gerade unter anderem von Duschgel, Lavendelöl oder Schaumbad befreit wird. Gleichzeitig erhält er von der EnviroChemie-Anlage online Messdaten zur Menge und typischen Messwerten des Abwassers wie Redoxpotential, Leitfähigkeit, Trübung und pH-Wert. Daraus berechnet das System dann die Menge und Zusammensetzung des entstehenden Abwassers und modelliert in Echtzeit die chemisch-physikalischen Prozesse der Abwasserreinigungsanlage. Mit diesen Informationen wird das Reinigungsprogramm so gewählt, dass nur so viele Chemikalien wie nötig verbraucht werden und der Prozess möglichst nachhaltig ist. Das Ziel ist dabei immer, die Abwasserqualität gleichbleibend hoch zu halten.

Die Abwasserreinigungsanlage wird im Batch betrieben; so kann für jeden Abwasserbatch das jeweils optimale Reinigungsprogramm gewählt werden - und auch die notwendige Reaktionszeit eingehalten werden.

Vom Menschen lernen

Die Empfehlungen des digitalen Zwillings werden anfangs vom Bedienpersonal bewertet. Diese Bewertung dient dem digitale Zwilling dazu die Berechnungen und Auswahl des passenden Reinigungsprogramm weiter zu verbessern.  

 

Autorin

Dr. Eva Bitter

Eva Bitter ist Abteilungsleiterin Verfahrenstechnik, Forschung und Entwicklung der EnviroChemie, einem Anlagenbauer nachhaltiger Systemlösungen für alle Aufgaben im Bereich Industriewasser.

eva.bitter[at]envirochemie.com

Schlagwörter in diesem Artikel:

#wassertechnologie, #digitalisierung

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